Saturday, February 2, 2013

wieso diese ganze Integrationsdebatte nervt...

Ich bin ein Integrationsdebattenverweigerer, ein Integrationsdebattenpunk, der Integrationsdebattenanti-Christ sozusagen. Wieso? Weil ich so deutsch bin, dass mich meine Familie in Bosnien auslacht, weil ich den Müll trenne. Weil ich so deutsch bin, dass ich regelmäßig die Kehrwoche mache und nicht einfach nur das Schild weiterhänge. Weil ich so deutsch bin, dass ich im Elternbeirat und jetzt kommt's im Wohnungseigentümerverwaltungsbeirat bin (ohne Witz, heisst wirklich so) gell da gucksch?
Im Ernst, diese ganze Debatte oder wie der Schwob secht Gschwätz nervt, weil es dreissig Jahre zu spät kommt. Man mag es der ersten Generation Gastarbeiter, den Deutschen und der Regierung zugute halten, dass damals alle davon ausgingen, dass die Gastarbeiter genau das wären,  Gäste, die sowieso nicht lange bleiben würden, es somit egal wäre und genau das ist das Problem. Wie wenig man über dieses Thema nachdachte, zeigt ein typisches Phänomen jener Zeit: In den Produktionshallen großer Unternehmen, wie z.B. dem mit dem Stern, bildeten sich Gruppen, streng nach Nationalität geteilt und kam ein neuer Mitarbeiter wurde er einfach der jeweiligen Gruppe übergeben, womit sich die Einarbeitung und auch sonstige nervige Gespräche in gebrochenem Ausländerdeutsch von selbst erledigten. Aber man somit dem Mitarbeiter auch die Möglichkeit nahm, richtig Deutsch zu lernen. Meine Mutter hatte 25 Jahre lang einen Vorarbeiter, der mit ihr auf dem Niveau Du bringen, Du machen kommunizierte und sie bei Fragen zu einer kroatischen Kollegin schickte, demententsprechend lange dauerte es auch, bis halbwegs vernünftiges Deutsch sprach. Integration ist immer beidseitig, die deutsche Gesellschaft kann sie nicht erzwingen aber sie erleichtern.
Passend zum Thema noch eine Geschichte, über die man lachen könnte, wenn sie nicht so traurig wäre:
Wieso ist Emine nicht integriert?

mariasimoneidejhs