Sunday, February 10, 2013

wer singt, denkt nichts Böses..

sagt man bei uns und grundsätzlich stimme ich diesem Sprichwort zu, sind wir doch von Slovenien bis Albanien ein musikalisches Volk, mit einer ausgeprägten Tradition, gerade was die Musik und Folklore angeht. Doch es gibt eine Musikrichtung, die geht gar nicht, vielmehr definiere ich diese Musikart als reinste Körperverletzung und ich bin überzeugt, die Erfinder und Vorreiter dieses Stils haben nicht nur das erwähnte Sprichwort noch nie gehört, sie haben das Böse verinnerlicht. Ich rede vom Turbo-Folk, musikalischem Fast Food, billig, geschmacklos und schwer im Magen liegend. Anspruchslose, um nicht zu sagen bescheuerte Texte, voller Pathos, Schmalz, Herzschmerz und meistens blutjunge Sängerinnen, oft hässlich operiert und durchweg eins: künstlich from hair to toes. Jedes Mal wenn ich eines dieser Mädels in ihrem knappen Outfit, das auf eine, finde ich entwürdigende Art, mehr zeigt, als verbirgt, denke ich mir:  
1. Herr, schmeiss Hirn ran
2. Niveau ist keine Creme
3. Stil ist nicht das Ende eines Besens
Was mich aber eigentlich nervt und erschrickt ist die Tatsache, dass die Cecas und Jelenas dieser Welt Vorbilder sind und  durch ihre Erscheinung, ihr pseudo-emanzipiertes Auftreten und die Lieder Sachen gut heissen, die mit einer gesunden Lebenseinstellung und Selbstbewusstsein gar nichts zu tun haben. Nun könnte man an der Stelle sagen: Nermina, mach mal locker, lass die Kirche bzw. Moschee im Dorf und ja, natürlich hat jeder das Recht, die Musik zu hören, die er will und ja natürlich haben auch diese Sängerinnen eine Daseinsberechtigung, aber ganz ehrlich wünschen wir das unseren Töchtern? Dass Sie mit dem Gefühl aufwachsen, dass sie nur mit einem bestimmten BMI und Aussehen in und cool sind? Dass das Glück und der Sinn des Lebens nur aus teuren Autos, flüchtigen Abenteuern, durchgefeierten Nächten und ´glänzendem Bling Bling besteht???
Über Vice's Guide to the Balkan, passend zum Thema Turbo-Folk, habe Tränen ich gelacht :-)




mariasimoneidejhs