Monday, April 22, 2013

Zwei Hochzeiten und eine Geburt

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus, sagt man.
Mein Problem mit großen Ereignissen ist gerade, dass vor allem ich es bin, die Schatten wirft, was an meinem nicht unerheblichen Leibesumfang liegt.

Einen wunderschönen guten Morgen erstmal vom ersten Tag der 35. Schwangerschaftswoche- dem ersten Tag meines Mutterschutzes.

Ein Meilenstein. Viel ist schon geschafft, aber andererseits wird es jetzt erst richtig spannend, denn es stehen eben große Ereignisse an.

Meine kleine, zauberhafte und über alles geliebte Schwester heiratet nach 11 Jahren Beziehung ihre Jugendliebe- einen Mann, wie ich ihn besser auch nicht für sie hätte backen können. Die standesamtliche Hochzeit ist im Mai in Kiel. Noch weiter weg von uns und trotzdem noch in Deutschland geht nicht!
Familientreffen im hohen Norden- da bin ich dabei! Zu Beginn meiner Schwangerschaft war das irgendwie nur ein Termin, der noch einige Zeit vor dem Geburtstermin lag, und somit kein Problem. Nun, wo ich mich schon langsam ans Kofferpacken begeben muss, habe ich ehrlich gesagt ganz schön Respekt vor der Aktion. Eine so lange Autofahrt! Hochschwanger! Mit gelangweiltem, knatschigen Kleinkind auf der Rückbank...

Anfang Juni folgt die kirchliche Trauung. Und die findet nur zwei Tage vor dem errechneten Geburtstermin statt! Zum Glück in meiner Geburtsstadt Krefeld, also nur eine kurze Autofahrt von zu Hause entfernt. 

Das wird ein so schönes Ereignis werden- ich muss da hin! Ich darf inzwischen das Geheimnis lüften: Das Brautkleid hat mein Papa genäht. Nee, der ist kein Schneider, sondern Arzt, hat also nur im weitesten Sinne etwas mit Nähen zu tun :-) Es gibt aber kaum etwas, was der Mann nicht kann, und ich muss sagen, das Kleid ist der Hammer (ein Schneider hat aber ein bißchen geholfen)! Meine Schwester ist sowieso der Hammer! Außerdem freue ich mich besonders darauf, die kleine Schwester von meiner lieben Blogger-Kollegin Berlin Mitte Mom kennenzulernen, denn witzigerweise sind die beiden ehemalige Kommilitonen und gute Freundinnen.

Ich liebe ja Hochzeiten! Hochzeiten triefen in der Regel vor Romantik. Eigentlich ist es ja unfassbar naiv, was das Brautpaar da macht: Sich Liebe bis zum Tod zu schwören, durch alle Schwierigkeiten des Lebens, komme was da wolle! Wenn man so am Anfang des Lebens steht, hat man ja noch keine Ahnung davon, wie schlecht die schlechten Zeiten sein können. Aber man glaubt eben an ein gemeinsames Leben in Liebe und Treue und das finde ich so schön, so romantisch, so bewegend, das ist schon fast unwirklich. Ich denke dann immer an meine eigene Hochzeit, als wir gerade erst anfingen, eine Familie zu werden. Dann muss ich die Hand meines Mannes nehmen und meinen Sohn drücken und fühle mich glücklich. Ich kriege einfach nicht genug von Hochzeiten!

Um es kurz zu sagen: Zur kirchlichen Trauung muss ich erst recht hin! 

Aber schaffe ich das?? Zwei Tage vorm Termin? Bin ich dann noch schwanger? Oder ist das Baby schon da und ich so übermüdet, dass ich in der Kirche einschlafe? Geht es vielleicht auch in der Kirche los? Meine Schwester wollte gerne, dass ich eine Lesung halte. Aber ich habe das lieber abgelehnt. Die Vorstellung von mir vorne in der Kirche, wie ich sage: "Und könnte ich in allen Sprachen der Welt sprechen, hätte aber die Liebe nicht- oh, meine Fruchtblase ist geplatzt!", war mir irgendwie zu stressig!

Blöd ist vor allem, dass der berüchtigte Nesttrieb sich so langsam ausbreitet. Der führt nicht nur dazu, dass ich gerade ein Kinderzimmer einrichte, das in den ersten Monaten gar nicht benötigt wird, sondern auch dazu, dass ich mich eigentlich gar nicht mehr gerne weit von zu Hause wegbewege. Klar, es gibt auch Krankenhäuser in Krefeld und in Kiel und auf dem ganzen Weg dorthin, aber ich möchte doch lieber zu Hause sein, wenn die Wehen losgehen und dann in meine Wunschklinik fahren, die ich kenne, fast so, als würde ich in meine Höhle kriechen.

Ich schaff das schon! Irgendwie. Es kütt eben wie es kütt!

Aber aufgeregt bin ich schon...

Eure Mia


mariasimoneidejhs

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