Saturday, March 30, 2013

Laissez faire oder Autoritär? Unsere Ostereier-Politik

"Für mich keine Ostereier. Nur für den Papa!" Der Sohn verkündete heute nach dem Mittagsschlaf, dass der Osterhase sich seinetwegen nicht bemühen müsse. Mir kam das erst seltsam vor- schließlich kenne ich doch meinen Sohn. Im weiteren Verlauf des Gespräches fand ich allerdings raus, wo das Problem liegt: Er hat Angst vorm Osterhasen.

Mein Sohn hat vor vielen Dingen erstmal Angst. Ich finde das sehr süß, und gar nicht verkehrt. Er muss die Dinge immer erst testen, verstehen, begreifen, bevor er seine Scheu verliert. Im Elterngespräch in der Kita haben sie mir gesagt, dass er motorisch sehr weit entwickelt sei. Ich meinte, ich hätte das Gefühl, dass die anderen Gleichaltrigen in diesem Punkt oft schon mehr könnten. Die Erzieherinnen antworteten mir aber: "Das sieht manchmal so aus, weil die einfach losrennen und machen. Bevor Dein Sohn irgendwo hochklettert, guckt er sich alles genau an, dreht den Stuhl z.B. um und betrachtet die Beine, oder fährt die Gegenstände mit den Fingern ab, läuft einmal drumherum und bracht beim ersten Mal vielleicht noch eine Hand. Aber dann sitzt auch jede Bewegung." Stimmt, so geht der neue Sachen an.
Und wie jetzt der Osterhase ins Haus kommt, und dann nach Mamas Aussage auch noch nachts...das lehnt er erstmal ab und muss es in mehreren Gesprächen mit Mama und Papa ergründen.

Spätestens wenn er morgen früh Unmengen von Ostereiern suchen und finden wird, dürfte er aber mit dem Osterhasen versöhnt sein.

Mein Mann und ich habe noch bis morgen Zeit, uns einem ganz anderen Thema zu widmen: Wie halten wir es mit dem Verzehr der Schokoladeneier? 

Letztes Jahr haben wir ihn einfach an die Süßigkeiten gehen lassen, so oft er wollte. Wir hatten uns überlegt, dass wir uns Gebrüll und Tränen ersparen und haben darauf vertraut, dass er sich anfangs vollstopfen wird, aber der Reiz dann schnell nachlassen würde. Und es hat tatsächlich funktioniert. Zunächst wurden wir doch etwas nervös, weil sich der Sohn im Paradiese wähnte und sich die Schokoeier reinpfiff als gäb´s kein morgen. Nach einiger Zeit war er aber satt und in den nächsten Tagen ging er sparsamer an die Süßigkeiten. Alles in allem denke ich, dass er insgesamt mehr gegessen hätte, wenn wir ihm immer nur zum Nachtisch die Schale hingestellt hätten und dann um jedes weitere Ei gefeilscht hätten.

Jetzt war der letztes Jahr aber erst 1 Jahr und drei Monate alt. Essen spielte für ihn überhaupt keine Rolle. Ein Jahr später nun, hat er längst erkannt, was die "guten" Sachen und was die langweiligen sind. Wenn der jetzt ungehinderten Zugang zu Süßigkeiten hat, wird der die Chance ergreifen und nehmen, was er kriegen kann. Vielleicht wird er sogar geheime Lager für schlechte Zeiten anlegen...wenn es um Süßigkeiten geht, trau ich dem alles zu.
 Oder funktioniert unsere Taktik vom letzten Jahr doch wieder? Der kann ja nicht essen, bis er platzt. Außerdem isst er gerne salzige Sachen. Der steht auf Oliven, Garnelen, sauere Gurken, Salatgurken und Paprika. Irgendwann wird er doch bestimmt wieder Lust drauf haben, oder? Und dann war es halt mal ein Tag, an dem sich die Lebensmittelpyramide leicht, nach gut stark, verschoben hätte.



Oder erwartet mich eher ein verdorbener Magen? Das wäre ja dann auch nicht gerade streßfrei...

Noch sind wir unschlüssig. Vielleicht lassen wir ihn auch erstmal loslegen und bremsen ihn dann doch noch aus, wenn wir denken, das geht nicht gut.

Mal sehen. Ich werde berichten.

Euch allen ein wunderschönes Osterfest!

Eure Mia


mariasimoneidejhs