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Wednesday, January 23, 2013

Fashionweek H/W 2013/14

Letzte Woche war ich ein ganz kleines bisschen im Fashionweekrummel unterwegs und durfte mich am Rande des Blitzlichtgewitters ein bisschen nach den Trends des nächsten Herbst und Winters umsehen. Fotos zeige ich Euch der Shows von Lena Hoschek und Guido Maria Kretschmer, die ich besucht habe und von den Shows, über die am meisten geredet bzw. die am meisten gelobt wurden: Laurél, Lala Berlin und Marcel Ostertag. 

Bildquellen: privat + Mercedes Benz Fashion

Guido Maria Kretschmer
Lange vor seinen Shows füllen sich die Gästelisten, entsprechend voll ist es dann im Showzelt. Promis auf Teppichen, vor Sponsorenwänden im Blitzlichtgewitter, Nicht-Promis immer dazwischen, bemüht einen halbwegs bequemen Stehplatz zu ergattern. Dann öffnet sich die Türe zum Runway und der Run auf einen einigermaßen guten Platz geht los. Und warum? Weil's der Guido einfach mal kann!! Der Mann weiß einfach, wie man Frauen kleidet. Gezeigt hat er uns das mit seiner wunderbaren Kollektion "Okapi", die ganz im Zeichen des mit der Giraffe verwandten Tieres steht, das aufgrund seiner Scheu und Eleganz zu den Lieblingstieren des Designers zählt. Danke, danke, danke für die Einladung!!!

 

 


  


Lena Hoschek
Da konnte man kaum sitzenbleiben. Frau Hoschek hatte sich nämlich, passend zur Kollektion, reichlich Bukovina-Pop und Rock ausgesucht und wer diesen Blog verfolgt, weiß, dass ich diese Musik total liebe! Die Kollektion zeigte, wie wunderbar Fifthies-Style und russische Folklore zusammen passen. Es gab Babusshka-Frisuren zu sehen, aber auch sleeke Pferdeschwänze. Folkloristische Muster, Farben und Stoffe zu den typisch schwingenden Röcken und schmalen Taillen. Die zerrissenen Netzstrümpfe konnte ich mir allerdings nicht erklären. Ganz toll fand ich auch die Tücher des Labels a la Russe, die immer wieder den Hoschek'schen Look komplettierten. Klares 'Haben wollen'!



 

  

Mit einem Goodiebag versüsste Lena Hoschek den Gästen ihrer Show zusätzlich den Vormittag.

 

mit Moderatorin Annika Kipp (Sat.1) und
Fotografin Jana Denzlerbei Lena Hoschek

Lala Berlin
"Kurzer Rock-Pulli-Bluse, kurzer Rock-Pulli, Bluse, kurzer Rock.....", so die Designerin des Labels Leyla Piedayesh, die mit ihrer Kollektion starke und selbstbewusste Frauen zeigte. Schmale  Silhouetten, Strickkleider mit plakativen Mustern, zartrosé farbene Mäntel mit klaren Schnitten waren neben dem kurzen Rock mit Bluse oder Pulli natürlich auch zu sehen. Wunderschön! Und eine kleine Überraschung am Ende der Show: Tochter Lou defilierte mit stolzgeschwellter Brust und roten Bäckchen lächelnd über den Laufsteg. Böse Zungen behaupten ja, die Mutter hätte das arme Kind für ihre eigenen Werbezwecke ausgenutzt, was allerdings so nicht ganz richtig ist. Lou hatte die ganze Zeit bis zum Ende der Show auf ihre Chance gewartet und statt der Mama zu gratulieren drehte sich die Kleine einfach keck um und marschierte los...herrlich! 

 

 

 

 


Marcel Ostertag
Ein Laufsteg voller Meerjungfrauen. Marcel Ostertag ließ seinen Models grüne und blaue Extentions ins Haar plazieren, die die Farben seiner Kollektion wiedergaben in der sich wiederum alle Nuancen des Meeres spiegelten. Toll! Und weil Herr Ostertag bei Kollektionspräsentationen immer genauso gestylt erscheint wie die Models seiner Show, kam auch der Designer höchstselbst als kleine Nixe auf den Runway.

 

  

Hugo Boss
Definitiv das höchste Promi-Aufkommen der gesamten Fashionweek. Sonja Kirchberger, Ursula Karven, Moritz Bleibtreu, Cosma Shiva Hagen, Andrea Sawatzki und andere gaben sich die Klinke in die Hand bis das Gebrüll am roten Teppich immer lauter wurde und sich die Fotografen um Edward Norton und René Zellweger drängten, die das Label hatte einfliegen lassen.
Die Kollektion entsprach dem Ritter-Sport-Prinzip, das man von Hugo Boss kennt: quadratisch-praktisch-gut. Klare Silhouetten, die architektonischen Linien nacheiferten. Alles ganz praktisch und sportlich-elegant. Wäre da nicht immer die bescheidene Qualität, wäre diese Mode absolut mein Ding!

 

 

 

Anne Gorke
So und da seufzt jetzt die "Muddi" in mir, denn es darf hier nicht unerwähnt bleiben, dass diese junge Thüringerin *patriotischdielandesflaggeschwenk* ihre erste Show im Zelt bestritt. Anne zeigt mit ihrer Kollektion, dass grüne Mode durchaus hip sein kann. Ihre Modelle sind durchweg aus biologisch angebauten Materialien gearbeitet, die klare Formensprache erzählt von den Einflüssen ihres Studiums an der Weimarer Bauhaus Universität. 
Und ich sehe sie noch vor mir....das erste Mal in hohen Schuhen in der Modelschule... tja, aus Kindern werden Leute! Gratulation Anne - weiter so!!!

 





mariasimoneidejhs

Sunday, January 29, 2012

Berlin Fashionweek (4)

Na, jetzt ist die Berlin Fashionweek fast eine Woche vorbei und ich eiere immernoch an der großen Zusammenfassung herum. Es wird Zeit, dass ich mein Feedback zu Tag 4 gebe:

Marcel Ostertag:
Marcel Ostertag gehört zu meinen Favorites einer jeden Berlin Fashionweek. Ich mag seine Entwürfe. Seine Kollektionen folgen immer einem roten Faden und bilden damit ein schönes Ganzes, entgegen den Sammelsurien seiner Kollegen, die mit einer Fülle diverser Modelle auf Nummer sicher gehen wollen.
Die aktuelle Kollektion beschränkt sich auf sehr gedeckte Farben...immerhin nicht nur schwarz. Ostertag kombiniert mit braun, grau, schlammtönen, silber und gold. Passend dazu wurde den Models ein wahllos aufs Augenlid geklatschter Goldglitter verpasst. Auffällig der Materialmix: Leichtes und Seidiges mischt er mit schwerer Wolle; Mattes mit Glänzendem. Angenehm homogen fürs Auge. I like!
Dietrich Emter:
Da war sie wieder, meine Verwirrung. Eben noch schwärmte ich von der wunderbaren Einheit der Ostertag'schen Kollektion und jetzt das.... von jedem ein bisschen. Die Entwürfe von Dietrich Emter sind eher puristisch und bestechen durch die Qualität ihrer Verarbeitung. Ich mag seine Blusen, die Details, die die Schnitte schlicht, aber besonders aussehen lassen. Was mir nicht gefällt, ist das Durcheinander. irgendwie mag alles nicht so richtig zueinander passen. Der silber Daunenparka zum feinen Seidenplissee, die Schwere des Rockteils zum fragilen Oberteil eines seiner Abendkleider. Da müssen wir noch ein bisschen üben...
  


Romanien Designers:
Ähnlich den baltischen Staaten taten sich auch rumänische Designer zusammen und zeigten ihre Kollektionen in Berlin. Bei Lucian Broscatean gewinnt man den Eindruck, er wolle die Hirten grüner rumänischer Wiesen neu einkleiden. Wohingegen Lena Criveanu ganz mustergültig mit traditionellen Elementen rumänischer Trachten spielt und sie wundervoll neu interpretiert. Beim Label Twenty(2)too verschmilzt männliches und weibliches zu einem schwarzen Einheitsbrei. Die Modelle wirken industriell und streng, allerdings mit einer tollen Coolness.
Twenty(2)too
Twenty(2)too
Lena Criveanu
Lena Criveanu

Lucian Broscatean


Lucian Broscatean







Minx:
"...klare Linien, ausgefeilte Schnitte, innovative Materialien..."
Einzeln oder im Komplettmix. Eva Lutz' Schnitte finde ich jetzt nicht allzu ausgefeilt. Allerdings gelingt es ihr wunderbar, die Einzelteile so miteinander zu kombinieren, daß ein tolles und durchdachtes Ganzes herauskommt. Auch sie spielt mit Pelzoptiken. Allerdings geht die mit angenehm gutem Beispiel voran und verarbeitet verantwortungsbewusst ausschließlich Fake-Leder und -pelz, wie ich direkt vom Label erfuhr. Das Pelzimitat besteht aus 64% Viskose, 28% Baumwolle, 8% Modal und wirkt dennoch täuschend echt, so dass ich mich hier sehr berichtigen muss, weil ich noch vor einigen Tagen schwer die moralische Keule geschwungen habe und Minx fälschlicherweise quasi als Tierschänder bezeichnete. Sorry Leute, aber der Pressroom der MBFW gibt auch nicht immer alle Infos her...

  

Odeur:
Cooler, schwarz-grauer Gruftlook. Alle, die gern ausschließlich schwarz tragen, aber die Wert auf ausgefallene Silhouetten legen, wird die Kollektion von Odeur gefallen. Während bei anderen Designern der schwarze Einheitsbrei gequält daherkommt, gefallen mir die Entwürfe hier wirklich gut, auch wenn es nicht wirklich etwas für meinen Kleiderschrank wäre.
  

Issever Bahri:
Nicht wirklich viel Neues, aber dem Label gelingt es, die Models auch im Bleistiftrock noch lässig cool aussehen zu lassen. So muss Mode für mich sein: den Typ der Trägerin dezent unterstreichen, ohne zu übertreiben. Very Nice!!!
   

Stefan Pelger:
Wenn ich mir die Pressefotos der Kollektion anschaue, ärgere ich mich so sehr, dass ich die Einladung zur Show an eine Freundin verschenken musste. Aber Arbeit geht ja vor Vergnügen und so hoffe ich, dass die Freundin trotzdem ihren Spaß hatte.
Ich bin fasziniert von den wunderbar sinnlich-weiblichen Silhouetten, den gelungenen Kombinationen und vor allem...diese Schluppenblusen...einfach nur toll! Der Mix aus beige, grau, rot und schwarz gibt der Kollektion als i-Tüpfelchen eine schöne Einheit. Verspielte Schleifen und Rüschen, die trotzdem selbstbewusst wirken, enge Taillen zu weitschwingenden Kurzröcken, fließende Materialien..... WOW, WOW, WOW! Allerdings fand ich den Modellook mit den Lockenwickeln irgendwie zu gekünstelt, wer hat sich das bloß ausgedacht?
  


Indian Designers:
Wenn man an indische Designer denkt, denke ich zwangsläufig an Bollywoodklänge, staubenden Farbpuder, Gruppentänze und fröhlich leuchtende Farben.... Aneeth Arora holt mich mit ihrer Kollektion ganz schnell auf den Boden der Tatsachen zurück und erinnert mich mit ihrer Kollektion daran, dass Indien eins der ärmsten Länder der Erde ist. Nix mit farbenfrohem Bollywood. Schwarze Outfits, nur manchmal ein Fitzelchen von Fabre. Die modern interpretierten Sari-Versionen finde ich aber trotzdem sehr interessant.
Auch die Entwürfe von Kallol Datta mahnen durch die Mäßigkeit an Farbe und den Lagenlook. Allerdings finde ich die Kombination dieser Lagen und den Blau-beige-Tönen sehr gelungen.
  

Malaikaraiss:
Lässige Ready-to-wear-Styles in schwar, weiß und violett. Klare Linien, keine Schnörkel. Trotzdem weich und beweglich. Nicht mehr...ABER auch nicht weniger! Gefällt mir!
  


Noir:
Der Name - Programm. Viel schwarz, etwas grau, wenig weiß und blau. Zeitlose Schnitte, körpernahe Silhouetten. Ein Mix aus sportive-eleganten Modellen, die ihre Zeit (und Trägerin) überdauern. Mich reißt das nicht gerade vom Hocker, aber ich bin sicher, es gibt viele, die sich mit der Linie des Labels super identifizieren können. Glücklicherweise sind Geschmäcker verschieden.
  

Bildquelle: 








mariasimoneidejhs