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Tuesday, February 12, 2008

Berlinale 2008 - Ein Blick hinter die Kulissen


Jedesmal, wenn ich nach Berlin komme, erlebe ich diese Stadt neu und anders, auf alle Fälle aber einzigartig. 
Ich vergleiche Berlin mit einem Herzen: Ewig pulsierend pumpt sie Menschen mit Ideen, Träumen jeder Menge Kreativität und Tatendrang durch ihre Adern, die sie zum Leben braucht, wie unser Herzmuskel das Blut. Besonders brodelnd ist die hauptstädtische Atmosphäre, wenn sich alljährlich der Vorhang für das Berlinale-Filmfestival hebt.

Rund um den Potsdamer Platz vibriert förmlich die Luft und man ist sofort angesteckt vom Duft der großen weiten Welt. Überall dunkle Limousinen, Kamerateams, Blitzlichter, Menschen mit Berlinale-Taschen, wichtig aussehenden Batches, die an bunten Bändchen um ihren Hals baumeln, dunkle Sonnenbrillen und an jeder Ecke hört man eine andere Sprache.


Mittendrin - Ich, die Schminktante!

Wie bereits im letzten Jahr habe ich derzit Gelegenheit, ein bißchen Festivalluft zu schnuppern. Ich arbeite für L'oreal. 
Bereits im 5. Jahr ist das Unternehmen Hauptpartner der Berlinale. Die Aktivitäten sind vielfältig und reichen auch in diesem Jahr vom Beauty-Würfel mitten auf dem Potsdamer Platz bis zum L'oreal Paris VIP Club im Berlinale Pressezentrum im Hyatt Hotel.
Meine großartigen Kollegen Andrej Baranow und Mari Drope koordinieren einen ganzen Tross von Make up Artists für die vielfachen Anfragen von Festivalgästen, betreuen während des Berlinale-Rummels allerlei V.I.P.-Gäste mit ihren geschickten Händen und machen mit Lippenstift & Co. die roten Teppiche der vielen einzelnen Veranstaltungen noch ein bisschen glamouröser. 
Ganz kurzfristig eilte dann auch der Ruf zu mir. Andrejs kurze Frage: 'Kannst Du Jeanne Moreau für 3 Tage betreuen?' 
Klar kann ich! ..... Nach meiner Zusage habe ich erstmal geschluckt. 
JEANNE MOREAU! Eine der ganz Großen Diven des internationalen Films, die als Schauspielerin, Sängerin und Regisseurin in weit über 120 Produktionen mitgewirkt und mit so großen Namen wie Luis Bunuel oder Louis Malle gearbeitet hat und u.a. mit Orson Welles, Brigit Bardot oder Tony Curtis vor der Kamera stand. Und trotz ihrer 80 Lenze ist die Dame noch immer nicht kleinzukriegen und mischt mit, wo es mitzumischen geht. Jetzt also in Berlin. 
Also nix wie los: Koffer packen und auf Ansagen warten...und warten... und warten.
Schließlich ist Madame ja nicht irgendwer und hat -ganz Diva- so ihre eigene Planung. Deshalb kann sie es sich auch leisten, einen Visagisten (in diesem Falle mich) zu engagieren, um dann ganz kurzfristig zu entscheiden, dass sie doch kein Make up möchte. Die lange Zeit im Standby verkürzte ich mir deshalb im VIP-Club. Dort werden Schauspieler, Regisseure, Produzenten, etc. vor ihren Pressekonferenzen von Festival-Leiter Dieter Kosslick begrüßt. 

Während Jeanne Moreau dann letztlich doch entschied, kein Make up zu benötigen, war Schauspieler Moritz Bleibtreu dankbarer Abnehmer meiner "Fürsorge". Ein 10minütiges Touch up, ein bißchen Erfrischung, Concealer...quasi runderneuert konnte Herr Bleibtreu in seine nächsten Termine starten (er stellt dort gemeinsam mit Macher Fatih Akin seinen aktuellen Film "Chikko" vor) und ich hatte meinen großen Make up-Koffer wenigstens nicht völlig umsonst durch halb Berlin gekarrt.... 
Aber so ist das eben auf so einem großen Fest mit so viel Prominenz: der eine will - der andere hat schon. 
Und wenn am Samstag die "Bären" verliehen werden, dann haben einige der vielen Gäste ihren Glamour-Look aus Schminktanten-Händen bekommen ;-).



mariasimoneidejhs

Saturday, January 19, 2008

Bayerischer Filmpreis 2007


Ziemlich oft klingelt mein Telefon und ich werde mit freundlicher Sanftheit angefragt, ob ich für dieses oder jenes Projekt die Maske machen möchte... 'leider sei aber die Produktion ein Diplomfilm, ein Erstlingswerk oder eine andere no-budgetierte Selbstdarstellung'. Das liegt wohl weniger am großartigen Ruf, der mir aus Hollywood vorauseilt, als an der Tatsache, dass Weimars Bauhaus-Universität einige Studiengänge im Medienbereich anbietet. 


So geschehen auch 2006, als mich die Firma Ostlicht Filmproduktion in Person von Produzent Guido Schwab anrief, um mich für ein ebensolches Projekt zu begeistern. "Meer is nich", so der Arbeitstitel - die Geschichte ist kurz erzählt:
Elli, 17, ist ratlos und verzweifelt. In wenigen Wochen wird sie die Schule abschließen, aber sie hat noch keine Lehrstelle – ja, sie hat noch nicht mal eine Ahnung davon, was sie wirklich werden will. Sie will Musik machen, das weiß sie, mehr nicht. Wird sie es schaffen, den Druck auszuhalten, der von allen Seiten auf sie ausgeübt wird, und ihren eigenen Weg finden? 

Nach dem ersten Blick ins Drehbuch war für mich klar, dass ich dabei sein wollte.
 

Noch läuft der Film nicht in den Kinos (Kinostart: 27. März 2008) und noch habe auch ich das Ergebnis nicht gesehen.
Aber Fakt ist, dass "unsere" Elli (Hauptdarstellerin Elinor Lüdde) gestern Abend in München den Bayerischen Filmpreis als Beste Nachwuchsdarstellerin bekommen hat. Von der "neuen Franka Potente" war da die Rede, von überzeugender Natürlichkeit... und ich saß mit offenem Mund ziemlich staunend vor dem Fernseher und konnte gar nicht glauben, was ich da sah.
Zwar hatte der ein oder andere Buschfunk etwas von einem Preis gemeldet, aber wenn man dann ganz zufällig in eine dieser Preisverleihungen zappt, ein vertrautes Gesicht strahlt einem entgegen und bedankt sich brav für einen Filmpreis.... an dem man selbst mitgearbeitet hat... wow - das ist ein tolles Gefühl. 
Vergessen sind die langen Arbeitstage und -nächte, das wenige Geld, die Hitze, die stickigen Räume, all der Dreck und das Chaos, das zuweilen herrschte. Es war doch alles in allem ein sehr lehrreicher Sommer 2006. Und nun gibts -zumindest für die Hauptdarstellerin- verdient die Lorbeeren für unermüdliches Engagement!
Liebe Elli (solltest Du das hier irgendwann lesen),
aus dem Maskendepartement (auch im Namen von Margot) unseren ALLERHERZLICHSTEN GLÜCKWUNSCH!!!!! Wir freuen uns auf die Teampremiere, zu der wir uns hoffentlich alle gesund und munter wiedersehen, damit wir Deinen Erfolg ordentlich feiern können!
Für alle Blog-Leser an dieser Stelle wie immer ein paar Schnappschüsse aus der Kategorie "Backstage":

     





mariasimoneidejhs

Tuesday, May 29, 2007

Die Piraten sind los!

Heiss ersehnt und lang erwartet war er...jedenfalls von mir... der Kinostart von "Fluch der Karibik 3". Selbstverständlich saß ich mit Cola und Popcorn nebst meiner besseren Hälfte am vergangenen Samstag im Kino und fieberte gespannt den Fortgang der Geschichte um Captain Jack Sparrow und seiner Mannschaft entgegen.

Als Schminktante war ich natürlich ebenso neugierig auf die Arbeit der Maskenbildner, die ja bereits in den ersten 2 Teilen ganze Arbeit zu leisten hatten. Für alle, die das noch nicht wußten oder einfach nicht "vom Fach" sind:
Make up Artists unterscheiden sich ganz grundlegend von Maskenbildnern. Während Make up Artists vorwiegend bei Fashion, Werbeung- und Beautyproduktionen anzutreffen sind, arbeiten Maskenbildner in erster Linie für Theater, Film und Fernsehen. Ihre Ausbildung legt viel Wert auf handwerkliches Geschick.
Denn als Maskenbildner muß man sich mit Dingen, wie Prosthetik, Perrückenherstellung, Glatzen (ja, ja....ich weiß... :-) ), Gipsabdrücken, Zahnbau, Wunden, Narben und vielen anderen Dingen auseinandersetzen, während ein Make up Artist in seinem Beruf mit derlei Dingen weniger konfrontiert ist (arbeitet er doch weitestgehend korrektiv, kreiert Trend Make up's und frisiert die Köpfe der Models).

"KLAR SOWEIT?" ;-)

Zusammenfassend kann ich berichten, daß auch der 3. Teil hält, was er verspricht! Großartige Masken und Kostüme, atemberaubende Stunts, unglaubliche Visual Effects, grandiose Darsteller (okay...lassen wir das Schmollschnütchen von Keira Knightley mal außen vor, aber Orlando Bloom ist ein echtes Sahneschnittchen und Johnny Depp wiedermal in Hochform und nicht zu vergessen der Gastauftritt von olle Keith Richards als Paps vom Captain), hammermäßige Musik (alle Fans von Hans Zimmer werden begeistert sein) ... und das Beste: dieser Film nimmt sich glücklicherweise nicht wirklich ernst und so gibts auch dieses Mal ordentlich was zu lachen!

Kleiner Tipp: alle, die weder den ersten noch den zweiten Teil gesehen haben, sollten das vor dem Gang ins Kino dringend nachholen. Ihr habt mehr davon, wenn Ihr einen der beiden Vorgänger kennt!









Und weil Schatzsucher, Piraten und Totenköpfe in diesem Sommer dermaßen "en vogue" sind, hat sich die Firma Peek & Cloppenburg passend zum Film etwas ganz Besonderes einfallen lassen - P&C läßt nämlich die Piraten los und hat eigens eine kleine Kollektion für alle Fans und Großstadtpiraten kreiert. T-Shirts und Schals für Sie und Ihn. Tolle Muster und natürlich: Totenköpfe satt! Erhältlich in vielen P&C-Häusern seit dem 14. Mai 2007.






mariasimoneidejhs

Wednesday, April 25, 2007

Ossis Eleven

Irgendwo in den neuen Bundesländern... ein Ort, an dem man nicht vermuten würde, Sasha, Stefan Jürgens oder Götz Otto über den Weg zu laufen - schon gar nicht in einer DDR-Neubau-Platte.
War aber so! Denn derzeit finden hier und dort die Dreharbeiten zu "Ossis Eleven" statt. Die spritzige Gaunerkomödie, soll im nächsten Jahr in den deutschen
Kinos anlaufen. (nachzulesen u.a. bei yahoo, im Dresdener Kinokalender , bei Filmstarts.de , bei Just7, und vielen anderen Medien).

Und ich war dabei!!!

Das Zauberwort heißt ZUSATZMASKE. Zusatzmasken sind Make up Artists oder Maskenbildner/innen, die immer dann am Set auftauchen, wenn's ordentlich zu tun gibt. Das heißt, eigentlich ist es meist die Aufgabe, sich um die Komparsen zu kümmern und auf Abruf bereitzustehen. Man wird nicht für einen kompletten Film, sondern nur tageweise, nach Bedarf geordert.
Egal... es sind immer wieder Erfahrungen, die man sammelt und über das Geldverdienen will ich nicht wirklich meckern. Im o.g. Film gab's nicht allzuviele Komparsen. Dafür jede Menge Hauptdarsteller, die geschminkt, frisiert und betreut werden mußten. Und so kam ich dann in den Genuß, Hand an des ein oder anderen Make up und Frisur zu legen.

Ich habe für Euch auch Fotos geschossen. Leider darf man am Set nicht fotografieren und so gibt es hier nur ein paar Schnappschüsse ganz am Rande der Arbeit, die Euch hoffentlich auch freuen. Für die Erklärung einfach nur auf das jeweilige Bild klicken:

mariasimoneidejhs